SCHLOSS BOTTMINGEN
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Allgemeine Informationen
Im 13. Jhdt. entstandene Wasserburg, die im 17. und 18. Jhdt. zum Barockschloss umgestaltet wurde. Die malerische Anlage weist eine quadratische Grundform auf und ist an den Ecken mit Rundtürmen bewehrt, von denen noch drei erhalten sind.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 47° 31' 25.31" N, 07° 34' 13.23" E
Höhe: 291 m ü. M
Topografische Karte/n
Schweizer Landeskarte: 609.920 / 263.670
Kontaktdaten
Restaurant Schloss Bottmingen | Schlossgasse 9 | CH-4103 Bottmingen
Tel: +41 (0)61 421 15 15 | E-Mail: info@weiherschloss.ch
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Bottmingen liegt am Birsig, rund 4 km südlich von Basel. Vom Stadtzentrum aus in südlicher Richtung über Binningen der Bottmingerstrasse folgen. Das Schloss steht in einem kleinen Park am südwestlichen Rand des Ortskerns. Parkmöglichkeiten unmittelbar davor.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
Ab Bahnhof Basel SBB mit dem Tram 10 in Richtung Flüh bis zur Haltestelle Bottmingen.
Wanderung zur Burg
k.A.
Öffnungszeiten
Park und Burghof tagsüber zugänglich
Eintrittspreise
Zugang zum Burghof kostenlos
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
ohne Beschränkung
Gastronomie auf der Burg
Restaurant im Schloss (montags geschlossen): www.weiherschloss.ch
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
keine
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
möglich
Bilder
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Grundriss
Grundriss Bottmingen
Quelle: Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 90 | überarbeitet von O. Steimann, 2009
Historie
Die Wasserburg Bottmingen geht wahrscheinlich auf die zweite Hälfte des 13. Jhdts. zurück. Erbaut wurde sie vielleicht vom Basler Ritter und Ratsherr Johannes Robarius, denn 1297 tritt ein Heinrich von Bottmingen als dessen Gutsverwalter auf. Erste sichere Besitzer Bottmingens sind jedoch die Kämmerer, eine seit dem 12. Jhdt. nachweisbare Basler Familie aus dem bischöflichen Hofadel. Sie besass die Burg nachweislich um 1363 mit den zugehörigen Ländereien als Eigengut. Herrschaftliche Rechte waren mit der Anlage allerdings nie verbunden.
Trotz späterer Umbauten ist die ursprüngliche Konzeption der Wasserburg heute noch gut erkennbar. Die quadratförmige, rund 30x30 Meter umfassende Ringmauer war an jeder Ecke mit einem Rundturm bewehrt. Der Bering wurde ursprünglich von einem Wehrgang gekrönt. Eine Grabung von 1988/89 unter dem Haupttrakt in der Südwestecke hat ergeben, dass der ursprüngliche Palas die ganze Südhälfte der Burg ausgefüllt haben muss.

Um 1400 kam Bottmingen an die vermögende Familie Schilling, ebenfalls aus Basel. Die Burg wurde 1409 durch den burgundischen Landvogt Hans von Lupfen niedergebrannt, als Basel einen Konflikt mit Katharina von Burgund ausfocht. Nach dem Wiederaufbau konnten die Schilling das mit vielen Hypotheken belastete Anwesen nur mit Mühe halten und mussten es 1484 an den Basler Rechtsprofessor Friedrich von Guarlet veräussern. Nach dem Tod von Guarlets Schwiegersohn übernahm die Stadt Basel für kurze Zeit die Burg, um sie 1519 an ihren Bürger Wolfgang Harnesch zu verkaufen. Die Harneschs waren Metzgermeister und wollten das Burggut für die Schafzucht nutzen. Den Bau selbst unterhielten sie kaum und liessen darin Mieter wohnen. Der nächste Besitzer, der Basler Ratsherr Balthasar Ringler, wurde von der Stadt deshalb aufgefordert, das «burgerlich Seßhaus» wieder herzurichten. Wieder in gutem baulichen Zustand, wurde Bottmingen 1617 an Freiherr Hieronymus von Mörsberg verkauft. Bereits zehn Jahre später kam der nächste Besitzer an die Reihe: Freiherr Georg von Freundstein. Er war gegen Ende seines Lebens hoch verschuldet, weshalb Bottmingen nach seinem Tod 1640 versteigert wurde.
Der Käufer, Balthasar Graf aus Basel, musste erneut viel in die Erhaltung der alten Burg investieren und verkaufte sie bereits 1645 an den pfälzischen Adligen Johann Christoph von der Grün. Auch er stürzte sich in Unkosten, indem er auf Bottmingen grosse Umbauten vornahm und dem Schloss weitgehend das heutige Aussehen verlieh. So wurde beispielsweise entlang der nördlichen Seite des Burghofs ein neuer Wohntrakt errichtet. Grüns Erben mussten die mit hohen Schulden belastete Liegenschaft 1673 erneut versteigern lassen.

Nach mehreren raschen Besitzerwechseln kam Bottmingen 1720 an Johann Georg Deucher aus Steckborn. Dieser liess die ehemalige Wasserburg nun endgültig zum barocken Schloss umgestalten. Die alten Sattel- und Walmdächer wurden durch Manserdendächer ersetzt. Südlich des Burgweihers wurde ein französischer Garten angelegt, der durch spätere Besitzer in einen englischen Park verwandelt wurde. Das alte Burgtor gegen Norden samt Zugbrücke wurde zwar beibehalten, jedoch um einen Portalbau ergänzt. Auf der Südseite wurde ein zweiter Zugang angelegt. Der Südostturm wurde von Deuchers Erben um 1780 abgetragen.

Im späten 18. und im 19. Jhdt. wechselte Schloss Bottmingen häufig die Besitzer und diente ab 1888 als Restaurant. Zwischenzeitlich wurden auch erfolglose Versuche unternommen, hier eine Kuranstalt oder ein Schwimmbad einzurichten. Über dem Weiher erbaute man eine Plattform mit einem hölzernen Festsaal. Dieser wurde anlässlich der Restauration von 1943/45 aber wieder entfernt. Vom mittelalterlichen Erscheinungsbild der Burg ist nach diesen vielen Veränderungen nur wenig übrig geblieben. Am ursprünglichsten erscheint die Südwestseite, deren Eckturm noch ein Kegeldach trägt, während die beiden anderen Türme heute mit Blechkuppeldächern ausgestattet sind.
Seit 1955 befindet sich die Anlage im Besitz des Kantons Basel-Landschaft. Als dieser plante, das Schloss Bottmingen und die Burg Wildenstein aus Spargründen an private Stiftungen zu veräussern, regte sich in der Bevölkerung grosser Widerstand. Mit der sogenannten «Schlösser-Initiative» wurde eine Volksabstimmung erzwungen, in der sich am 3. März 2013 über 60 Prozent der Stimmenden gegen den Verkauf aussprachen.
Quellen: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente
Literatur
  • Berger, Ric - Burgen und Schlösser in der Schweiz, Bd. 2 | Neuenburg, 1966 | S. 88-89
  • Bitterli, Thomas - Schweizer Burgenführer, mit Einschluss des Fürstentums Liechtenstein | Basel/Berlin, 1995 | Nr. 55
  • Hauswirth, Fritz - Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 7: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Solothurn | Kreuzlingen, 1971 | S. 26-30
  • Heyer, Hans-Rudolf - Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Bd. I: Der Bezirk Arlesheim | Basel, 1969 | S. 249-266
  • Kreis-Schäppi, Walter et alt. - Bottmingen: Eine Heimatkunde | Liestal, 1996 | S. 99-116
  • Lipski, Eli / Locher, André - Schlösser der Schweiz | Bern, 2013 | S. 161
  • Meyer, Werner (Red.) - Burgen der Schweiz, Bd. 7: Kantone Basel-Stadt, Basel-Land, Solothurn, Neuenburg, Jura und Laufental | Zürich, 1981 | S. 11-21
  • Meyer, Werner - Burgen von A bis Z: Burgenlexikon der Regio | Basel, 1981 | S. 88-90
  • Meyer, Werner / Widmer, Eduard - Das grosse Burgenbuch der Schweiz | Zürich, 1977 | S. 204-207
  • Müller, C. A. - Burgen des Kantons Basel-Landschaft | Liestal, 1966 | S. 23-26
  • Roth, Carl - Die Burgen und Schlösser der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, I. Teil | Basel, 1932 | S. 71-80
Webseiten mit weiterführenden Informationen
  • www.baselland.ch
    Ausführliche Darstellung der Bau- und Besitzergeschichte des Schlosses
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